Der Pakt mit dem Teufel Kapitel 36: Der Gott-König

 

 

Der Pakt mit dem Teufel

Kapitel 36: Der Gott-König

Von mypenname3000

Übersetzt von Horem

English version edited by Master Ken

© Copyright 2013, 2014


Story Codes: Female/Female, Mind Control, Magic, Incest, Violence

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Samstag, 28. September 2013 – Mark Glassner

Ich schaute entsetzt zu, wie die Soldaten das Feuer auf die Barrikaden der Polizei eröffneten.

Sie hatten meine Kommandos ignoriert.

Es lief mir eiskalt über den Rücken. Ich konnte ihre schwarzen Auren sehen und ich sah auch, dass diese Auren einen feinen roten Saum hatten. Das waren Leibeigene, die unter dem Schutz des Zimmah-Rituals standen und an irgendeinen Hexer gebunden waren. Sie waren gegen meine Kräfte immun. Genau auf dieselbe Art, wie wir unsere Familie und unsere Schlampen immunisiert hatten.

Das war sehr schlecht!

Dann hörte ich ein surrendes Geräusch und dann ein fürchterliches Getöse und eine Flammensalve entstand an der Seite des einen Helikopters. Die Kanone feuerte. Ich sah, wie die Geschosse die Polizeisperre zerfetzten. Dann ein zweites surrendes Geräusch und der zweite Hubschrauber nahm die andere Barriere unter Feuer. Goldene Leuchtspurgeschosse regneten Tod auf die Polizei von Tacoma.

„Sir, wir müssen weg!“ rief 51. Sie packte meinen Arm und zog mich zum Gerichtsgebäude.

Die Menschenmenge vor dem Gebäude schrie in Panik und suchte Deckung. Meine Leibwächterinnen bildeten einen Schutzschild um mich herum und zogen mich in das Haus zurück. Sie zogen auch Desiree und Violet in den Schutzschirm und führten uns durch das Gericht. Ich versuchte zu denken, aber die Panik fror meine Gedanken ein. Soldaten, die an meinen Feind gebunden waren, griffen mich an. Darauf war ich nicht vorbereitet.

Heilige Scheiße! Darauf war ich wirklich nicht vorbereitet!

„Wo gehen wir hin?“ fragte ich, nachdem ich schließlich wieder einigermaßen klar denken konnte.

„Zur Rückseite des Gebäudes“, antwortete 51. Wie konnte sie so ruhig sein? „Wir haben die Limousine und die Streifenwagen dort abgestellt.“

„Richtig“, nickte ich. Wir rannten durch das Gebäude und ich versuchte trotz des Adrenalins, das durch meinen Körper strömte, zu denken. Wir wurden von amerikanischen Soldaten angegriffen. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Sie waren wahrscheinlich auch hinter Mary her, erkannte ich. Meine Augen öffneten sich vor Schreck.

Sie waren wahrscheinlich auch hinter Mary her!

„51, Gefallener Adler!“

51 schaute mich an. Sie nickte und zog ihr Funkgerät. „51 an alle Einheiten. Gefallener Adler. Ich wiederhole, Gefallener Adler!“

Gefallener Adler. Das war das Codewort für das Worst-Case-Szenario. Der Hammer fällt und wir müssen sehen, dass wir so schnell wie möglich wegkommen.

Seit uns die Nonnen vor drei Monaten angegriffen hatten, hatte ich alles für einen weiteren Angriff vorbereitet. Die Leibwächterinnen hatten ihre Befehle, alle in Sicherheit zu bringen. In Kansas hatte ich einen Unterschlupf vorbereitet, wo wir uns reorganisieren konnten, um festzulegen, wie wir auf den erneuten Angriff reagieren sollten.

„47, gefallener Adler, verstanden.“ 47 war zu Hause bei Mary. Sie würde meine Frau in Sicherheit bringen.

Das Team D bestätigten den Spruch aus Chicago. Teams E und F, die unsere Flugzeuge bewachten, gaben ebenfalls Antwort. Jetzt mussten wir einfach nur schnell sein. Dann würden wir wahrscheinlich entwischen und uns würde anschließend noch einfallen, wie wir mit dieser neuen überwältigenden Übermacht umgehen mussten. Wir kamen um eine Ecke und sahen schon die Limousine. Der Motor lief im Leerlauf. Die Tür stand offen und Leah wartete nervös. Sie sah in den Himmel.

„Beeilt euch!“ rief sie, als wir aus dem Gebäude brachen. Sie winkte uns.

Als wir das Gebäude verließen, wurden wir von heftigem Lärm überfallen. Ich hörte von allen Seiten her Sirenen. 51 hörte den Polizeifunk der Polizei von Tacoma ab und ich hörte die verzweifelten Hilferufe von Polizisten, die den Soldaten hoffnungslos unterlegen waren. Das Gebrüll der Helikopter und das Feuer hallte durch die Straßen. Über uns bewegten sich Schatten. Ich sah nach oben und bemerkte noch mehr Black Hawks, die von kleineren Hubschraubern begleitet wurden am blauen Himmel.

Heilige Scheiße! Hatte jemand die ganze verdammte Armee übernommen? Heilige Scheiße!

Ich warf mich praktisch in die Limousine. Eine weinende Violet und eine Desiree mit wilden Augen folgten mir. Ihre großen Titten schaukelten wie wild, als sie einstieg. Violet hängte sich an mich, als schließlich auch 51 einstieg, Leah lief um das Auto herum und stieg auf der Fahrerseite ein. Mit einer AR-15 in der Hand kam 09 auf den Beifahrersitz, während 32, die ebenfalls eine AR-15 trug bei uns hinten einstieg.

Was ist los, Mark? Marys Gedanken schrien geradezu in meinem Kopf.

Wir sind von Soldaten angegriffen worden, schickte ich zurück. Ich versuchte, meine eigene Furcht auszublenden. Ich bin okay, wir sind jetzt in der Limousine und fahren weg. Die Soldaten sind Leibeigene, die durch den Zimmah-Spruch geschützt sind.

Oh, mein Gott!

Die Limousine fuhr los. Zwei von unseren Streifenwagen folgten uns und zwei fuhren vor uns. An der 9. Straße fuhren wir nach links, den Hügel hinauf und weg vom Feuergefecht beim Gerichtsgebäude. Ich spürte Erleichterung, als ich aus dem rückwärtigen Fenster schaute. Ich sah Soldaten an der Kreuzung der 9. Straße und der Tacoma Ave, die die Ruinen der Barrikade besetzten, aber niemand folgte uns.

Ich seufzte erleichtert. Anscheinend hatten wir es geschafft.

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Mary Glassner

„Hmm, das fühlt sich gut an, Mama“, stöhnte ich, als sie meine Muschi ausleckte.

Ich fühlte mich nach dem Anfall von morgendlicher Übelkeit wieder wohl. Mama war gekommen und wir hatten angefangen, mit dem Obst zu spielen, das Mark für mich hinterlassen hatte, als er zum Waffenrückkauf nach Tacoma gefahren war. Ich wäre wirklich gerne mit ihm gefahren, aber ich hatte einen schlimmen Morgen gehabt. Ich rieb mir den Bauch. Ich fand es toll, schwanger zu sein, aber ich hasste die Unannehmlichkeiten, die mit dieser Schwangerschaft zusammenhingen.

Nachdem ich praktisch den ganzen Vormittag nur gekotzt hatte, hatte ich beschlossen, auf meine Teilnahme zu verzichten und mich stattdessen ein wenig auszuruhen. Als ich wach wurde, fühlte ich mich gut, und ich war kurz vor dem Verhungern, als Mama kam, um zu sehen, wie es mir ging. Und dann hatten wir eine Menge Spaß, als wir die Erdbeeren mit Mösensaft aßen. Und schließlich aß ich dann noch eine ganze geschälte Banane aus der Möse meiner Mutter heraus. Wir machten eine ziemliche Schweinerei in meinem Bett, aber wofür gibt es schließlich Waschmaschinen.

Mamas Zunge fühlte sich fantastisch an meiner Muschi an und ich kam immer näher an meinen Orgasmus heran, als ich plötzlich Schritte hörte, die die Treppe heraufkamen. Ich stützte mich auf meine Ellbogen und schaute stirnrunzelnd in Richtung Tür. Was ging da draußen vor sich? Mama hörte auf, meine Möse zu lecken und setzte sich auf, als die Tür aufgerissen wurde und 47 hereingerannt kam. Ihr hellbraunes Haar wehte hinter ihr her.

„Ma’am, wir müssen sofort hier weg!“ salutierte die Vizechefin unserer Leibwächterinnen. „Gefallener Adler!“

Mich überfiel Panik. Sei fasste meinen Arm und zog mich grob auf meine Beine. Zwei weitere Leibwächterinnen waren direkt hinter ihr und eine nahm sich meine Mutter. Sie hatte „gefallener Adler“ gesagt. Das war das Codewort dafür, dass etwas sehr, sehr Schlimmes passiert war. Ich spürte die Angst in meinem Bauch, als 47 versuchte, mich aus dem Zimmer zu zerren .Oh Gott, nur Mark konnte dieses Kommando geben.

„Wir müssen sofort hier weg!“ wiederholte 47.

„Mein Medaillon!“ rief ich. Gefallener Adler bedeutete, dass wir unser Haus verlassen mussten. Wir würden vielleicht nie wieder zurückkommen. Ich konnte nicht ohne mein Amulett gehen. Mark hatte es mir an dem Tag geschenkt, als wir uns kennengelernt hatten. Neben dem Ehering an meinem Finger war es das Wichtigste, das ich besaß. Ich lief zu meiner Kommode und öffnete meine Schmuckschatulle. Ich nahm das silberne Medaillon mit der rosafarbenen Skulptur heraus. Ich zog es mir rasch über den Kopf. Dann ließ ich mich von 47 aus dem Zimmer zerren.

Ich konzentrierte mich, um unsere neue Art der Kommunikation zu benutzen. Dann schickte ich Mark meine Gedanken. Was ist los, Mark? Seine Antwort ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Ein Hexer griff Mark mit Soldaten an, die durch das Zimmah-Ritual gebunden waren. Mein Herz hämmerte vor Furcht. Was konnten wir gegen Leibeigene tun, bei denen wir unsere Kräfte nicht anwenden konnten? Mein Gott, das war wie die SWAT-Attacke im letzten Juni im Quadrat!

Wir rannten aus dem Haus. Die ganze Straße war in Aufruhr. Einige der Leibwächterinnen hielten mit ihren AR-15 im Anschlag Wache, während der Rest unsere Familien und die Dienerschaft aus den Häusern führte. Alle wurden in eine ganze Flotte schwarzer SUVs gepackt, die wir besaßen. Eines dieser Fahrzeuge wartete in unserer Auffahrt und Mama und ich sprangen hinein. Lillian, Xiu und Korina kamen auch zu uns und der Rest der Leibwächterinnen nahm das nächste Auto.

Innerhalb weniger Minuten waren alle Bewohner der Straße sicher in den Fahrzeugen untergebracht und wir waren unterwegs. Wir wollten nach Norden, zum Boeing Flugfeld in Seattle. Unsere Gulfstream war zu bekannt. Jeder, der uns angriff würde sicher zuerst versuchen, uns dort abzupassen, wo die Maschine stand. Julius Prescott III., ein Milliardär, den wir gut kannten, besaß ein Luftfrachtunternehmen namens Air-Cargo. Und wir hatten mit ihm verabredet, dass wir einen seiner Hangars am Boeing-Flugfeld für unsere 747 benutzen konnten. Hoffentlich wusste unser Feind nichts von diesem Flugzeug.

Nach fünf Minuten waren wir aus der Nachbarschaft heraus und fuhren mit halsbrecherischer Geschwindigkeit nach Norden. Ich konnte regen Funkverkehr aus dem Funkgerät von 47 hören. „Was ist los?“ fragte ich 47.

„Eben ist ein taktischer Polizeialarm ausgelöst worden“, antwortete 47. „Es gibt Berichte, nach denen Soldaten rund um Tacoma Straßensperren errichten und ein Konvoy Strykers soll sich auf der 512 in Richtung South Hill bewegen. Sie schieben einfach die Autos von der Straße herunter.“

„Strykers? Sind das nicht diese Panzer?“ fragte ich furchtsam.

„Das sind gepanzerte Mannschaftstransporter, Ma’am“, verbesserte mich 47. „Die sind nicht ganz so stark gepanzert wir ein richtiger Panzer, aber sie sind nicht weniger gefährlich. Team E hat übrigens die Gulfstream aufgegeben. Sie haben mehrere Black Hawks in Richtung Thun Flugfeld gesehen.“

Bitte, lass sie nichts von unserem anderen Flugzeug wissen, betete ich im Stillen. Bitte!

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Brandon Fitzsimmons

„Mein Lord Fitzsimmons, wir haben das Gerichtsgebäude eingenommen“, sagte Oberst Abbey.

Er saß direkt neben mir, aber ich konnte ihn nur durch das Getöse des Hubschraubers hören, weil wir über die Kommunikationsanlage des Helikopters verbunden waren. Wir waren im Black Hawk, der die Kommandozentrale darstellte und schwebten hoch über Tacoma. Ich trug einen unbequemen Helm und hatte Kopfhörer, die den meisten Lärm des Rotors ausschaltete. Oberst Abbey war der G3, oder Einsatzoffizier des I. Korps und koordinierte die Besetzung von Tacoma.

„Habt ihr Mark?“ wollte ich wissen.

Ich konnte meinen Sieg beinahe schmecken. Bald würde Mark Glassner mir gehören und auch seine Frau Mary. Ich würde sie zu meiner Konkubine machen. Ich würde Mark dazu zwingen zuzuschauen, wie seine wunderbare Frau meine Hure wurde. Das hatte er verdient, weil er mir meine tolle Frau Desiree weggenommen hatte. Ich schaute auf Tacoma hinunter, während wir im Black Hawk darüber flogen. Die Ranger hatten sich schnell nach Tacoma abgeseilt und hatten das Gerichtsgebäude umstellt. Gleichzeitig war eine Brigade Stryker auf dem Freeway unterwegs, um die Stadt zu sichern.

Der Hauptteil von Tacoma liegt auf einer Halbinsel, die in den Puget Sund hineinragt. Etwa ein Dutzend Straßen überquert das Nalley Tal, das die Halbinsel vom Festland trennt. Wenn diese Straßen blockiert waren, dann wäre die Stadt in zwei Teile geteilt und alle Personen wären auf der Halbinsel gefangen. Und dann wäre Mark dabei, wenn er es geschafft haben sollte, aus dem Gerichtsgebäude zu entkommen.

„Mein Lord, Chalk 2 berichtet von einer Limousine, die mit einer Polizeieskorte auf der 9. Straße in Richtung Westen fährt“, berichtete Oberst Abbey nach einer Minute. Wenn ich mich richtig an das Briefing erinnerte, war ein Chalk die Mannschaft eines der Black Hawks. Chalk 2 hatte die Aufgabe, sich um die Kreuzung der 9. Straße und der Tacoma Ave. zu kümmern.

„Verdammt!“ schnarrte ich. „Ich will, dass die Limousine angehalten und dass alle Insassen festgesetzt werden.“

„Absolut, mein Lord“, erwiderte Oberst Abbey. „Bandit 1 und Bandit 3 haben Sie Sicht auf eine Limousine, die vom Gerichtsgebäude aus nach Westen fährt?“ Ich konnte die Antwort nicht hören. Ich hörte nur die Nachrichten in der internen Kommunikationsanlage und nicht die Funksprüche der Einsatzleitung. Oberst Abbey nickte. „Die Limousine außer Gefecht setzen. Raider 3, nach Westen fliegen und eure Mannschaft an diesem Fahrzeug abseilen!“

Bandits waren die kleinen Hubschrauber, die mit kleinen Kanonen ausgerüstet waren. Sie waren für schnelle Operationen in Städten besonders geeignet. Mark hatte keine Chance, dachte ich mit einem Lächeln.

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Mark Glassner

Die Limousine raste durch die Straßen von Tacoma und hüpfte durch Schlaglöcher. Die Stadt hatte ihren Kampf gegen die Schlaglöcher schon vor Jahren verloren und die Straßen wurden mit jedem Jahr schlimmer. Leah musste fast 100 km/h fahren, während wir uns vom Gerichtsgebäude weg bewegten. Wir wurden wild durcheinander geworfen.

„Festhalten!“ rief Leah. Sie stieg hart in die Bremse und die Limousine machte eine scharfe Wende auf die Sprague Avenue und wir rasten nach Süden.

Violet klammerte sich immer noch an mich und schluchzte in meine Brust. „Schsch, alles wird wieder gut“, tröstete ich sie und streichelte über ihr Haar. Ich wünschte mir, dass ich das selber glauben könnte.

Ich hörte das Lärmen eines Helikopters und fing an, angsterfüllt in den Himmel zu schauen. Violett verbarg bei dem Geräusch ihr Gesicht an meiner Brust. „Scheiße, er ist vor uns!“ rief Leah.

Ich beugte mich vor, damit ich vorne aus dem Auto schauen konnte. Ich sah gelbe Streifen aus dem Himmel regnen. Leuchtspurmunition, erkannte ich mich, als das führende Polizeifahrzeug vor uns explodierte und am Straßenrand liegenblieb. Der zweite Streifenwagen versuchte auszuweichen, ein ganzer Strom von Kugel zerfetzte seinen Kofferraum. Die Leuchtspurgeschosse kamen schnell auf uns zu. Es klang wie heftiger Regen, als sie auf unsere Panzerung prasselten. Die Windschutzscheibe zersplitterte. Desiree war plötzlich von einem blauen Licht umgeben, als ihr Amulett ein Geschoss ablenkte. Die Limousine schleuderte plötzlich nach links. Ich hörte das Kreischen von Metall und ich wurde nach vorne geworfen. Mein Sicherheitsgurt grub sich in meine Brust und in meinen Bauch.

Was zum Teufel war passiert? Meine Gedanken überschlugen sich und ich stöhnte vor Schmerzen. „Wir müssen hier raus!“ rief jemand.

„Leah ist getroffen!“ rief jemand anderer.

„Scheiße!“ Jemand schüttelte mich. „Sir, wir müssen weg!“

Das Gesicht einer Schwarzen schwebte über mir und sprach dringlich auf mich ein. Ich brauchte einen Moment um zu erkennen, dass das 51 war. Ich blinzelte und schaute mich um. Das Dach der Limousine war von Dellen und Löchern übersät. Auf dem Fahrersitz sah ich Leah über das Lenkrad gebeugt. Die Leibwachen hinten versuchten, die Tür der Limousine zu öffnen. 51 zog ihr Messer und durchtrennte meinen Sicherheitsgurt.

„Leah!“ rief ich. Ich kletterte nach vorne und fasste sie an. Dann konzentrierte ich mich darauf, sie zu heilen und flüsterte „Tsariy“. Rotes Licht umgab ihren Körper. Sie verkrampfte sich. Als das Licht wieder verschwand, saß sie aufrecht. Sie war bei perfekter Gesundheit. Das Amulett aus Bronze, das sie um den Hals trug, rauchte. Der Schutzspruch war von den Kanonen des Hubschraubers überwunden worden.

„Wir müssen weg, Sir!“ rief 51. Sie packte mich und zog mich aus der Limousine.

Wir waren mit einer Ampel zusammengestoßen. Der Metallpfosten war völlig verbogen und lag auf dem Dach der Limousine. Die Motorhaube war in Stücke zerrissen und weißer Rauch aus dem Motorblock kringelte sich in den Himmel. Narben und Pocken bedeckten den Aufbau der Limousine, wo die Panzerung dem Feuer des Hubschraubers widerstanden hatte. Ich schaute mich um und wollte wissen, wie es unserer Eskorte ergangen war. Sie sah die verdrehten Überreste der vier Autos. Das Feuer der Kanonen hatte sie übel zugerichtet.

Zwei Leibwächterinnen krochen aus den Karikaturen von Autos – ihre Amulette mussten ihre Leben gerettet haben, aber die anderen vier mussten entweder bereits tot oder im Sterben unter den Überresten der Fahrzeuge liegen. Ich wollte auf das uns am nächsten liegende Fahrzeug zulaufen, als 51 mich festhielt und in den Himmel deutete. Dort oben schwebten zwei der kleineren Hubschrauber mit an den Kufen befestigten kleinen Kanonen, während hinter ihnen ein großer Black Hawk auf uns zu kam.

„Leah, Violet, Desiree, verteilt euch!“ rief ich. „Sie sind hinter mir her. Ihr könnt vielleicht entkommen!“

09 rannte los. Sie hatte ihre AR-15 im Anschlag. Sie lief in einen Durchgang zwischen zwei Gebäuden. Ich folgte ihr. Links und rechts von mir liefen 51 und 32 und 18 und 27, die beiden Überlebenden aus der Eskorte, bildeten den Abschluss. Der Abwind des Black Hawk traf uns mit voller Wucht und wirbelte Staub auf. Ich sah, wie ein Seil herabgelassen wurde. Die Soldaten begannen sich abzuseilen.

„Scheiße!“ rief 51. „Zurück, zurück!“

Wir drehten um und ich sah einen der kleinen Hubschrauber, der den Ausweg aus dem Durchgang abdeckte. Rechts war ein Zaun, hinter der ein Garten lag. Ich sprang hoch und zog mich über den Zaun. Nie war ich dankbarer für die Gaben, die ich von Tiffany erhalten hatte. Ich war mit größerer Körperkraft und erhöhtem Stehvermögen ausgestattet. Ich würde jeden kleinen Vorteil gut brauchen können, wenn ich das hier überleben wollte.

51 folgte mir über den Zaun. Gewehrfeuer kam auf und 32 war halbwegs über der Mauer, als eine Kugel von ihrem Schutzschild abprallte. Sie schaffte es über den Zaun, der dann unter dem Feuer zersplitterte. Ich hörte, wie die restlichen Leibwächterinnen in dem Durchgang das Feuer erwiderten. Sie verschafften uns Zeit.

„Rennt weiter!“ rief 51.

Ich rannte durch den Garten und schaute über die Schulter zurück. Dieser verdammte Helikopter folgte uns. Der Pilot musste unsere Position durchgegeben haben. Ich erreichte den Zaun auf der anderen Seite, sprang hoch und kletterte schnell hinüber. Als ich mich auf der anderen Seite herunterlassen wollte, erstarrte ich. 32 war stehen geblieben. Sie kniete in der Mitte des Gartens und zielte mit ihrer AR-15 auf den kleinen Helikopter. Sie fing an, sorgfältig zu schießen. Die Geschosse trafen die Scheibe des Hubschraubers. Der Helikopter bewegte sich langsam so, dass die Waffen auf 32 gerichtet waren.

„Renn weg!“ rief ich, während 51 über den Zaun kam. „Renn weg, 32!“

Sei ignorierte mich. Der einzige Moment, in dem die Leibwächter meine Befehle ignorieren konnten, war, wenn sie mein Leben schützten. Der Helikopter eröffnete das Feuer und rings um 32 herum explodierten kleine Staubfontänen. Sie feuerte ganz ruhig weiter. Blaue Energie schien um sie herum auf, wenn Geschosse ihren Schutzschild trafen. Eine Sekunde lag dachte ich, dass sie es überstehen würde, aber dann wurde die Kraft des Amuletts überwunden und die Geschosse schlugen in ihren Körper ein.

Einer ihrer Schüsse musste etwas Wichtiges getroffen haben, weil der Helikopter sich plötzlich langsam auf die Seite legte. Ich sah, wie der Pilot mit seinem Steuerhebel kämpfte. Der Hubschrauber driftete immer näher an einen Baum heran. Zweige flogen weg, als der Rotor in die Krone eindrang. Dann gab es ein dumpfes Geräusch, als der Stamm getroffen wurde und die Rotorblätter zersplitterten. Überallhin flogen die Trümmer. Der Hubschrauber drehte sich in der Luft und knallte mit einem sehr befriedigenden Geräusch zerberstenden Metalls in einen Schuppen.

Ich wollte wieder zurückklettern. Wenn ich 32 erreichte, bevor sie starb, dann könnte ich sie heilen. „Sie ist tot, Sir“, sagte 51 und sie griff nach meinem Arm. „Sie allerdings nicht. Ihr Tod soll nicht vergebens gewesen sein.“

Ich fluchte und ließ den Zaun los. Wir waren auf einer Seitenstraße und ich konnte die Geräusche von Stiefeln näher kommen hören. Wir liefen schräg über die Straße zu einem kleinen braunen Haus mit einem mit Moos bedeckten Dach. Hinter uns erlangen mehrere trockene Knalle. Plötzlich wurde die Welt um mich herum blau. Mein Amulett hatte eben ein Geschoss abgewehrt, erkannte ich. Adrenalin strömte durch meine Adern. Mehr Schüsse wurden abgegeben. Ich hörte die Geschosse an mir vorbeifliegen und dann wurde alles ein zweites Mal blau. Und dann ein drittes Mal.

„Scheiße! Das Auto!“ rief ich und zeigte auf den heruntergekommenen grauen Plymouth mit der roten Rostschutzfarbe auf der Motorhaube. „Die Amulette werden nicht mehr lange durchhalten!“

Ich ließ mich hinter das Auto fallen. Die Geschosse schlugen in dem Fahrzeug ein. Glas zersplitterte und Metall knallte bei jedem Treffer. Mein Herz hämmerte in meiner Brust. Ich riskierte einen Blick um den Wagen herum und sah die Soldaten an der Ecke. Einige schossen auf uns, während andere näher kamen. 51 schoss mit ihrer Pistole auf die Männer. Sie ließen sich fallen und erwiderten das Feuer. Das Amulett von 51 lenkte zwei Geschosse ab.

Ich sah keine Fluchtmöglichkeit mehr. Es gab in der Umgebung keine weitere Deckungsmöglichkeit und es waren einfach zu viele Soldaten. Mary, ich liebe dich, schickte ich. Ich glaube, ich komme hier nicht raus.

Nein, ich darf dich nicht verlieren, Mark!

Ich schluckte. Es gab nur noch eine einzige Hoffnung. Tiffany hatte gesagt, dass die Mönche Kämpfer gewesen waren, dass ihre Fähigkeiten auf den Kampf ausgelegt waren. Ich war körperlich so stark, wie ein Mann sein kann und ich hatte extrem schnelle Reflexe. Wenn ich sie angriff, könnte ich sie vielleicht irgendwie überwinden. Ich hoffte, dass das Amulett noch einige Treffer überstehen könnte. Ich bereitete mich vor, atmete tief ein und dann schnellte ich hinter dem Auto hervor und rannte los so schnell ich konnte, so schnell wie jeder Olympische Sprinter. Der Abstand verkürzte sich sehr schnell.

Die Soldaten waren völlig überrascht, als ich plötzlich vor ihnen erschien, aber ihr Training gewann die Oberhand und sie eröffneten das Feuer auf mich. Die Welt um mich herum wurde wieder blau, als mein Amulett den nächsten Schuss ablenkte und dann war ich beim ersten Soldaten. Ich warf mich auf ihn. Er fiel hart auf den Rücken und ich verlor beinahe das Gleichgewicht und fiel mit ihm. Ein zweiter Soldat sprang mich an und wir fingen an zu ringen.

Ich war stärker als die Soldaten und beweglicher, aber ich hatte keine Ausbildung. Ich wusste einfach nicht, wie man kämpft. Der Soldat allerdings sehr wohl. Ich schob ihn von mir weg und versuchte einen Schlag in sein Gesicht. Er nahm einfach meinen Arm, machte etwas mit seiner Hüfte und ich flog über ihn hinweg und landete auf meinem Rücken. Ich grunzte und konnte nicht mehr atmen. Der Soldat zog sein Messer heraus und setzte es an meine Kehle.

Ich erstarrte.

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Mary Glassner

Ich bin gefangen, schickte mir Mark. Macht ihr weiter. Die Funkgeräte sind wahrscheinlich jetzt nicht mehr sicher. Macht weiter und bringt euch in Sicherheit. Ich liebe dich!

Nein, nein, nein, das durfte einfach nicht passieren! Ich werde dich irgendwie retten! dachte ich zurück. Wir sind auf dem Weg zum Flughafen. Halt durch! Ich liebe dich!

„47“, sagte ich und ich bemühte mich, meine Stimme fest klingen zu lassen. „Mark ist gefangen. Die Funkgeräte sind nicht mehr sicher.“

„Verstanden Ma’am“, erwiderte 47. Ihre Hand zitterte, als sie ihr Funkgerät in die Hand nahm. „47 an alle Einheiten. Die Kommunikation ist nicht mehr sicher. Wiederhole: Kommunikation nicht mehr sicher!“

Dann warf sie ihr Funkgerät aus dem Fenster.

Mark war gefangen. Meine Mama schlang die Arme um mich. Sie hielt mich fest und dann kamen plötzlich alle Emotionen aus mir heraus und ich schluchzte in ihre Brust. Sie streichelte mein Haar und schaukelte mich langsam. Genauso wie sie es gemacht hatte, als ich noch ein Kind gewesen war.

„Oh Mama, was soll ich bloß tun?“ weinte ich.

„Ich weiß es auch nicht“, flüsterte sie. „Wir werden uns aber etwas einfallen lassen.“

In dreißig Minuten erreichten wir das Boeing Flugfeld. Ich schluchzte auf dem ganzen Weg. Wir fuhren durch die Sicherheitsschranken und erreichten den Hangar. Unsere Crew wartete schon auf uns. Nachdem wir dieses Flugzeug gekauft hatten, hatten wir unsere Pilotinnen Joslyn und Lydia hier verlegt, nur für den Fall der Fälle.

Lydia erwartete uns. „Herrin“, begrüßte sie mich. Ihr Gesicht war vor Angst ganz blass. Wie alle unsere engeren Angestellten waren Joslyn und Lydia mit dem Zimmah-Ritual an Mark gebunden. „Was ist passiert?“

Ich öffnete meinen Mund, um ihr eine Antwort zu geben, aber Tränen flossen aus meinen Augen und ich konnte nichts sagen. Mark war gefangen. Was sollte ich tun? Ich kletterte in die Maschine und setzte mich in die erste Klasse. Ich drückte mein Gesicht gegen das kalte Fenster.

Ich liebe dich, Mark, dachte ich in seine Richtung. Bleib stark. Ich werde einen Weg finden, um dich zu retten. Ich wünschte mir, dass ich das selber glauben könnte.

Ich liebe dich auch, schickte Mark zurück. Und ich konnte seine Angst spüren.

Alle anderen gingen auch an Bord. Marks Mutter Sandy drückte mir die Schulter, bevor sie einen Platz neben Betty, ihrer Freundin fand. Mein Papa und meine Mama saßen nebeneinander. Mama war noch immer nackt. Meine Güte, ich selber ja auch! Wir hatten keine Zeit mehr gehabt, um uns noch anzuziehen. Alles, was ich trug, waren mein Ehering, mein Medaillon und mein Amulett.

„Es kommt schon wieder alles in Ordnung“, versprach Missy, meine kleine Schwester. Sie nahm meine Hand und drückte sie. Dann lehnte sie sich zu mir und küsste mich auf die Stirn. Dann setzte sie sich neben ihren Freund Damien.

Marks Schwester Antsy und ihre Freundin Via stiegen als letzte unserer Familienmitglieder ein. Nur Shannon und ihr Verlobter fehlten. Aber sie waren in Chicago und nahmen dort an einer Konferenz teil. Als nächstes kamen die Schlampen. Lillian setzte sich neben mich und umarmte mich

„Es wird wieder alles in Ordnung kommen, Herrin“, sagte sie. Ich wünschte mir, dass ich ihr glauben könnte.

Wir warteten noch auf das Team E. Sie hatten es gerade noch rechtzeitig vom Thun Flugfeld weg geschafft und kamen eine Viertelstunden nach uns an. Lydia verschloss die Tür und setzte sich dann ins Cockpit. Wir rollten die Runway hinunter. Dann wurden die Turbinen immer lauter, als die Piloten den Schubhebel nach vorne drückten. Ich wurde in meinen Sitz gedrückt. Mein Magen verkrampfte sich, als das Flugzeug die Startbahn entlang raste und dann abhob.

Wir sind in der Luft, Mark, schickte ich ihm. Deine Mama und Antsy sind bei uns.

Gut. Ich spürte die Erleichterung in seinem Gedanken. Er machte sich Sorgen um mich. Ich wollte wieder weinen. Warum sollte er sich Sorgen machen? Schließlich war ja nicht ich von unseren Feinden gefangen worden. Das Flugzeug legte sich auf die Seite und nahm Kurs auf Kansas und auf den aufgelassenen Raketensilo, der unser Notbunker war.

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Mark Glassner

Ich spürte Erleichterung. Mary und die Familie waren sicher. Eine Sorge weniger.

Ich lag mit dem Gesicht nach unten auf der Straße. Ein Soldat hatte seinen Stiefel auf meinen Nacken gesetzt und der kalte Lauf seiner MP berührte mein Gesicht. Meine Hände waren hinter meinem Rücken gefesselt und ein widerlicher Lappen steckte in meinem Mund. 51 lag neben mir. Der Schaft einer Waffe hatte ihr Gesicht getroffen und sie hatte eine Platzwunde über ihrer Augenbraue.

„Aufstehen!“ rief ein Soldat und der, der auf meinem Nacken stand, nahm seinen Fuß weg. Er riss mich auf die Füße.

Mehrere Humvees rollten heran. Ich sah 27 auf dem Rücksitz eines der Fahrzeuge und Desiree saß neben ihr. Aber Violet oder Leah sah ich nicht. Vielleicht waren sie ja entkommen? Oder sie waren vielleicht auch tot. Ich schob diesen Gedanken auf die Seite, als man mich in den zweiten Humvee schob. 51 wurde mit hinterher geschoben. Ihr Körper drückte gegen meinen. Sie hatte einen betäubten Gesichtsausdruck.

Das Fahrzeug fuhr los, in Richtung auf das Gerichtsgebäude. Wir kamen an langen Schlangen großer sperriger gepanzerter Fahrzeuge vorbei, die vor Waffen starrten. Ich glaube, man nannte sie Stryker, sie dienten dem Transport von Infanterie. Soldaten bewachten Kreuzungen. Einer stand an einem Maschinengewehr, während zwei daneben ihr M16 hielten. Dann kamen wir an den Trümmern der Schießerei auf dem Platz vor dem Gerichtsgebäude vorbei. Einige der Soldaten waren dabei, die zerschossenen Streifenwagen der Polizei beiseite zu räumen, während andere Leichen auf Bahren zu einem wartenden LKW trugen. Und auf den Bahren lagen nicht nur tote Polizisten, auch Zivilisten waren im Kreuzfeuer getötet worden.

Weitere Zivilisten saßen auf dem Platz auf ihren Händen. Sie wurden von einigen Dutzend Soldaten bewacht. Einige sahen verängstigt aus, andere verwirrt. Sie konnten nicht glauben, dass sie von amerikanischen Soldaten angegriffen worden waren. So etwas passierte in Amerika nicht. Solche Dinge passierten in Übersee, in irgendwelchen despotisch regierten Staaten wie Nordkorea oder Syrien, aber doch nicht hier! Nicht in Amerika! Einige hatten aufsässige Gesichtsausdrücke. Sie starrten zornig auf die Soldaten. Seitlich waren die Medien zusammengezogen worden. Auch sie wurden von den Soldaten bewacht, sie durften aber weiter berichten. Ich sah, dass alle Kameras auf unsere Gruppe von Humvees gerichtet waren. Man war bereit, meine Erniedrigung in die Welt zu senden.

Und wahrscheinlich meine Exekution, dachte ich.

Die Humvees blieben vor dem Gerichtsgebäude stehen. Die Tür öffnete sich und ich wurde herausgezerrt. Ich sah das Gesicht des Soldaten. Er war noch jung, vielleicht achtzehn. Seine Augen waren hellblau. Trotz seiner Jugend hatte er ein hart geschnittenes Gesicht. Sein Griff war eisenhart an meinem Arm. Er stieß mich nach vorne. Ich streckte mich, als die Augen der Zivilsten auf mich fielen. Schock und Furcht erfüllte ihre Gesichter, als sie mich sahen. Sie hatten geglaubt, dass ich ein Gott war und jetzt waren sie nur noch verzweifelt.

Ich fühlte Schuld in mir. Ich war nicht stark genug gewesen, um sie zu beschützen. Aber was konnte ich gegen eine ganze Armee unternehmen? Meine entscheidende Kraft war durch das <emZimmah-Ritual aufgehoben worden. Wie konnte ein Hexer so viele Leibeigene an sich binden? Jeder einzelne der Soldaten, die ich sah, hatte die schwarze Aura mit dem roten Saum, das Zeichen, dass er unter dem Spruch lag. Was konnte ich tun? Was konnte Mary tun? Auch in mir kam Verzweiflung hoch.

Wie sollte ich hier wieder rauskommen?

Als wir auf das Gebäude zu gingen, öffneten sich die Türen und ein kleiner dicker Mann in einem teuren italienischen Anzug kam heraus, anthrazitfarben. Er hatte eine beginnende Glatze und er sah mich triumphierend an. Ich erkannte ihn, Brandon Fitzsimmons. Wie zum Teufel konnte Brandon überhaupt jemanden mit dem Zimmah-Spruch an sich binden? Seine Mutter war tot. Und ein männlicher Hexer brauchte seine Mutter, um das Ritual auszuführen.

Brandon war nicht allein. Zwei Frauen, die sehr knapp bekleidet waren, flankierten ihn. Sie hätten glatt Marys verschwundene Schwestern sein können. Sie waren Zwillinge, beide hatten rotbraunes Haar und grüne Augen und Marys herzförmiges Gesicht.

„Knie vor deinem Gott!“ bellte mich der Soldat an. Er trat mir in die Kniekehlen. Mein Bein knickte ein und ich fiel schmerzhaft auf meine Knie.

Brandon trat an das Mikrofon. „Ich bin Brandon Fitzsimmons!“ dröhnte seine Stimme durch die Lautsprecher. „Ich habe den falschen Gott Mark Glassner geschlagen!“ Er machte eine Pause, bis das Echo verklungen war. „Ich bin euer Gott und König! Betet mich an! Gehorcht mir!“

Ich spürte, wie die Menschenmenge hinter mir sich veränderte, als seine Befehle eingedrungen waren. Ich schaute mich um und sah, wie die Furcht und die Verzweiflung aus den Menschen verschwanden und durch Ehrfurcht ersetzt wurden. Alle hatten jetzt schwarze Auren und ich konnte wieder den roten Saum erkennen. Das war ja noch viel schlimmer als ich mir das vorgestellt hatte. Irgendwie konnte er die Leute an sich binden, ohne den Spruch zu benutzen. Nur dadurch, dass er mit ihnen redete. Ich war immun gegen das, was er sagte. Das gehörte zu den Vorteilen der Gabe.

Mary, der Hexer ist Brandon Fitzsimmons. Höre nicht zu, wenn er etwas sagt. Wir können es uns nicht erlauben, dass du unter seine Macht fällst. Seine Worte alleine binden die Menschen mit dem Zimmah-Spruch.

Ich ließ Brandons Rede über mich ergehen, als Marys Antwort kam. Was soll ich tun, Mark? Ich brauche dich. Ich fühle mich so, als würde ich auseinanderfallen.

Du musst stark sein, Mare, sagte ich ihr.

Und wie?

Du bist die einzige Hoffnung, die wir haben. Ich liebe dich. Ich weiß, dass du stark sein kannst! Ich glaube an dich! Ich musste an sie glauben. Sie war die einzige Hoffnung, die ich noch hatte. Und auch nur dann, wenn Brandon mich nicht sofort exekutieren ließ.

Warum tröstest du mich? Ich bin doch in Sicherheit. Eigentlich sollte ich dich trösten. Ich spürte, wie sie ruhiger wurde. Ich verspreche dir, dass ich einen Weg finden werde, um dich zu retten, Mark.

Brandon stand vor mir und ich schaute nach oben. „Aha, ich sehe, dass du immun gegen meine Kräfte bist.“ Brandon zog eine Grimasse. Dann schaute er auf Desiree. „Und meine Frau auch.“

„Ich bin nicht mehr deine Frau“, schnarrte Desiree. „Ich habe dich für jemand Besseren verlassen.“

Brandon schlug ihr mit dem Handrücken ins Gesicht.. „Halt den Mund, Frau. Mir dir werde ich mich noch früh genug beschäftigen.“ Er drehte sich zu einem der Soldaten. „Wo ist seine Frau?“

„Mein Herr, zwei Frauen sind im Durcheinander entkommen. Wir jagen sie“, berichtete der Soldat. „Ich glaube aber nicht, dass eine von ihnen Mary ist. Beide schienen brünett zu sein.“

„Verdammt“, zischte Brandon. „Habt ihr wenigstens diese Gulfstream gesichert?“

„Ja, mein Herr“, berichtete ein älterer Soldat. Seine Abzeichen wiesen ihn als Oberst aus.

Brandon lächelte. „Gut, dann sind sie hier im Staat gefangen. Unsere Truppen sind auf dem Weg zu den Pässen?“ Der Soldat nickte. Er musste die Pässe über die Cascade Mountains in das östliche Washington meinen. „Was ist mit seinem Haus. Habt ihr dort jemanden gefunden?“

„Leer, mein Herr“, berichtete der Oberst. „Wir haben niemanden gefunden. Die ganze Nachbarschaft war geräumt.“

„Verdammt! Brennt alles nieder!“ befahl Brandon. „Und auch dieses verdammte Zelt, in dem sich die Gläubigen treffen. Tötet jeden, der Widerstand leistet. Findet heraus, wohin die Dienerinnen verschwunden sind! Ihr werdet seine Frau bei ihnen finden.“

„Ja, mein Herr!“ salutierte der Oberst.

Brandon drehte sich zur Menge und nahm ein Mikrofon von einer der beiden Zwillinge an seiner Seite. „Hier ist euer falscher Gott!“ Die Menge buhte. Noch vor einer Stunde hatten diese Menschen mir zugejubelt. Ich hatte noch nie darüber nachgedacht, wie schreckerregend meine Kräfte waren. „Er ist aus Fleisch und Blut! Er ist schwach und wurde von einem kleinen Teil meiner Kräfte geschlagen. Ich will euch zeigen, wie schwach und menschlich er wirklich ist!“ Er winkte den Soldaten zu.

Der Knebel wurde mir herausgerissen und zwei Soldaten hielten meinen Kopf fest und drückten meinen Mund auf. Ich kämpfte und versuchte, mich zu befreien und meinen Mund wieder zu schließen. Ein dritter Soldat zog ein Messer. Ich verstärkte meine Anstrengungen. Was hatten sie vor? Ich versuchte vergeblich, mich zu befreien und dieses glänzende Messer von mir weg zu halten. Der dritte Soldat zwängte seine Finger in meinen Mund und griff nach meiner Zunge. Die Klinge blitzte und mein Mund füllte sich mit Blut.

„Meister!“ rief Desiree. Ich konnte sie über dem Lärm der Menge kaum hören.

Mein Unglauben war stärker als mein Schmerz. Sie hatten mir die Zunge abgeschnitten! Wie konnte ich meine Kräfte ohne meine Zunge ausüben? Ich wurde auf den Rücken geworfen. Und dann fingen sie an, mich zu treten. Schmerz explodierte in meinem Rücken, meinem Bauch, meinen Beinen. Ich rollte mich zu einem Ball zusammen und versuchte, mich so gut es ging zu schützen, als Schuh nach Schuh in mich hinein trat.

Ich schrie ohne Worte.

Über dem Schmerz hörte ich Brandons Worte: „Mary Glassner! Dein Mann wird von jetzt an jeden Tag und jede Nacht gequält, bis du dich zeigst. Unterwirf dich mir und werde meine Konkubine und dein Mann wird freigelassen.“

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Mary Glassner

Ich saß allein in der ersten Klasse, nur meine Mama und meine kleine Schwester waren bei mir. Ich konnte es nicht ertragen, dass ich angestarrt wurde, deswegen hatte ich alle in den hinteren Bereich geschickt. Mama und Missy ignorierten mich, blieben bei mir sitzen und hielten meine Hände. Hinten sah man sich die Nachrichten an. Ich war die Einzige, die das nicht konnte und durfte. Ich durfte nicht mitansehen, was meinem Mann geschah. Alle außer mir waren mit dem Zimmah-Ritual an Mark gebunden. Ich war also die Einzige unter uns, die für Brandons Kräfte empfänglich war. Ich durfte es natürlich nicht zulassen, dass ich seinen Kräften erlag.

Ich musste stark sein, für Mark und für die Familie. Wir waren alle tot, wenn Mark starb. Mein Leben war an seines gebunden und die Leben unserer Lieben waren an unsere Leben gebunden. Alles lastete auf meinen Schultern. Ich hatte das Gefühl, als müsste ich unter dem Gewicht zerbrechen. Konnte ich wirklich diese riesige Verantwortung tragen? Ich war doch erst neunzehn, noch nicht einmal richtig erwachsen. Meine Schultern waren für dieses Gewicht einfach viel zu schmal.

Ich dachte an Mark, sein jungenhaftes Grinsen und seine tiefblauen Augen. Mark braucht mich jetzt. Er braucht mich stark, um ihn zu retten. Ich konnte es mir einfach nicht leisten, in Selbstmitleid zu zerfließen. Ich nahm mir meine Verzweiflung vor und drückte sie weg. Wir waren alle verloren, wenn ich versagte. Es musste einen Ausweg geben. Bleib ruhig und denke nach, Mary!

Das konnte ich aber nicht!

Meine Gedanken gingen immer wieder zu Mark. So sehr ich es auch versuchte, mich zu konzentrieren, sein Bild erschien immer wieder in meinem Kopf. Ich sah immer wieder, wie er geschlagen wurde. Ich hatte im meinem Kopf das Bild von Mark vor einem Erschießungskommando, wie er exekutiert wurde. Oder davon, wie sie ihn aufhängten. Immer wenn ich eines dieser Bilder verdrängt hatte, kam ein schlimmeres nach.

Papa kam von hinten. Seine Anwesenheit holte mich aus diesen morbiden Gedanken heraus. Er sah richtig verhärmt aus, wie er mich so anschaute. Er schluckte und öffnete dann den Mund, als ob er etwas sagen wollte. Aber er zögerte. Sein langes rotes Haar mit den grauen Strähnen fiel ihm lose über die Schultern. Er hatte es nicht wie sonst zusammengebunden. „Was ist, Papa?“ fragte ich zögernd.

„Mark ist im Fernsehen“, sagte er. „Sie schlagen ihn.“

„Was noch?“ fragte ich. Ich merkte, dass er mir etwas verheimlichte.

„Du darfst nicht nach hinten gehen“, sagte Papa.

„Das weiß ich“, sagte ich traurig.

„Dieser Brandon sagt, dass er Mark so lange schlagen wird, bis du dich ergibst und seine Konkubine wirst.“

Ich spürte, wie Hysterie in mir aufbrandete. Beinahe hätte ich gelacht. Natürlich, er wollte mit mir das machen, was wir mit Desiree gemacht hatten. Mark hatte Brandon an diesem Tag erniedrigt und seine Frau vor seinen Augen genommen. Er will seine Rache.

Mark, ich werde dich retten, schickte ich ihm und legte meine ganze Zuversicht und mein ganzes Vertrauen in diesen Gedanken.

Es geht mir gut. Misch dich nicht ein. Ich halte das schon aus. Ich spürte seine Schmerzen. Ich wollte weinen, aber das hatte ich schon genug getan.

Ich werde dich retten, Mark. Irgendwie. Sei stark und halte durch! Ich schaute Papa an und befahl: „Hole Sam.“ Ich spürte eine plötzliche Entschlossenheit in mir. Ich werde Mark retten. Wir hatten das Buch, die Magie der Hexe von Endor. Die Antwort musste irgendwo da drin stecken. Es musste einen Weg geben, Brandons Macht irgendwie zu neutralisieren oder meine Macht zu stärken.

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Präsident Baumgarten

„Herr Präsident“, sagte Eustace Smyth, mein Stabschef. Er hielt mir das Telefon hin. „Er möchte mit Ihnen sprechen.“

Ich runzelte die Stirn und sah auf das Fernsehbild. Sie schlugen den verachtungswürdigen Mark Glassner immer noch. Den ganzen letzten Monat hatten wir im Kabinett Diskussionen darüber geführt, was wir mit ihm machen sollten. Er war ein gefährlicher Mann. Irgendwie steckte er jeden in die Tasche, mit dem er zusammenkam. Mein Kabinett war geteilt. Die einen fanden Mark und seine Sexualpolitik grandios und die anderen waren der Meinung, dass er die schlimmste Gefahr für die Vereinigten Staaten seit dem Krieg von 1812 war. Er sollte ermordet werden. Aber das war illegal. Ich war der Präsident der Vereinigten Staaten. Ich hatte geschworen, die Verfassung hoch zu halten und die Gesetze zu befolgen. Ich würde und ich konnte nicht der Ermordung eines Staatsbürgers zustimmen.

„Wer ist am Telefon?“ fragte ich. Die Welt hatte sich heute geändert. Mein neuer Gott, Brandon Fitzsimmons, hatte den falschen Gott Mark endlich überwunden und er jagte jetzt seine Frau Mary.

„Er“, sagte Eustace mit besonderer Betonung. Endlich verstand ich.

Ich nahm ihm das Telefon ab. In dem Moment, in dem Brandon auf seiner Pressekonferenz gesprochen hatte, war plötzlich alles völlig klar gewesen. Brandon war ein wahrer Gott und er hatte den falschen überwunden. Nein, Brandon war nicht ein Gott, er war DER Gott.

Mein Gott!

„Hier spricht der Präsident, oh Herr“, sagte ich respektvoll.

Plötzlich war ich nervös. Ich sprach mit einem richtigen Gott. Ich hatte wahrscheinlich mit jedem einzelnen Staatsmann auf der ganzen Welt gesprochen. Und jedes Mal hatte ich gewusst, dass ich mehr Macht hatte als er. Zum ersten Mal, seit ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war, war ich der Machtlosere.

Es war demütigend.

„Sie werden mit ihrem Kabinett nach Tacoma fliegen und mir das Land übergeben“, befahl mein Gott.

„Natürlich, oh Herr“, antwortete ich. Es klickte, als mein Gott auflegte.

Ich würde meinen Gott persönlich treffen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das erleben würde, so lange ich lebte.

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Mark Glassner

Das Schlagen dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Eine Ewigkeit aus Schmerz und Leiden. Das muss die Hölle sein, dachte ich beinahe amüsiert. Ich hatte meine Seele verkauft und meine Bestrafung war, dass ich von denen geschlagen wurde, die ich in die Irre geführt hatte.

Das war regelrecht poetisch.

Ich hatte meine Kräfte zu meinem eigenen Vergnügen benutzt. Ich hatte mich nicht um die Leben geschert, die ich verletzt oder zerstört hatte. Mary hatte recht damit gehabt, die Sklavinnen freizulassen und damit, dass sie mir gesagt hatte, dass ich keine Beziehungen zerstören sollte, nur weil ich gerade mal geil war oder weil ich an irgendwem Rache üben wollte. Ich wollte mit meinen Kräften verantwortlich umgehen.

Irgendwann war ich ohnmächtig geworden. Jetzt brachte mich der Schmerz wieder zu Bewusstsein. Ich lag auf etwas hartem Kaltem. Die Agonie machte meine Gedanken langsam. Ich kämpfte mich durch den Nebel. Ich versuchte mich zu bewegen, meine Umgebung wahrzunehmen. Metall klirrte und grub sich in meine Handgelenke und meine Fußgelenke ein. Man hatte mich an Händen und Füßen gefesselt. Und dann hatte man mich auf den Boden einer Arrestzelle geworfen. Zwei Soldaten standen vor der Zelle. Sie hatten ihre M-16 in den Händen. Uninteressierte Augen waren auf mich fixiert. So als wäre ich ein Insekt, das auf ein Stück Kork gespießt war.

Mein Mund war völlig ausgedörrt. Ich sah ein Waschbecken. Ich versuchte, mich zu bewegen. Ich brauchte dringend Wasser. Als ich versuchte, meine Beine auszustrecken, durchfuhr mich ein rasender Schmerz. Das Metall der Ketten an meinen Füßen behinderte meine Bewegung. Ich wusste nicht, wie es kam, dass ich überhaupt noch lebte. Wahrscheinlich lag das an der Gabe. Jeder schwächere Mann hätte das wahrscheinlich nicht überlebt. Ich biss die Zähne zusammen, nahm meinen ganzen Willen zusammen und zog mich über den rauen Boden. Das Metallbecken war über mir. Ich versuchte, den Rand mit meinem rechten Arm zu erreichen und vergaß dabei einen Moment, dass ja auch meine Hände aneinander gekettet waren. Grunzend erhob ich mich auf die Knie und griff mit beiden Händen nach dem Rand des Beckens. Ich zog mich hoch und starrte auf mein Spiegelbild in dem polierten Spiegel aus rostfreiem Stahl.

Mein Gesicht war eine blutige Ruine. Es war derartig angeschwollen, dass ich mich gar nicht erkannte. Ich öffnete den Mund und sah die Ruinen meiner Zähne. Ich untersuchte den Schaden. Mein Zahnfleisch blutete, zersplitterte Backenzähne pochten schmerzhaft. In der vorderen Reihe gab es Lücken, wo mir Zähne ausgeschlagen worden waren. Ich erkannte, dass ich nackt war. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass man mich ausgezogen hatte. Meine Haut war von Schwielen und grünen und blauen Flecken übersät. Es schien keinen Teil an meinem Körper zu geben, der keine Verletzung aufwies.

Ich füllte meine Handflächen mit kaltem Wasser. Die Ketten rasselten. Dann trank ich vorsichtig. Ich versuchte, mein geschwollenes Gesicht nicht zu berühren. Der stechende Schmerz in meinen Zähnen vervielfachte sich durch das kalte Wasser. Ich schloss meine Augen und zwang mich dazu, so lange zu trinken, bis mein Bauch fast platzte. Dann stolperte ich zu dem Bett in der Zelle.

Wir sind in Kansas gelandet, schickte Mary mir, als ich mich auf dem harten Bett zusammenrollte. Ich versuchte, eine einigermaßen bequeme Stellung einzunehmen.

Gut. Man hat aufgehört, mich zu schlagen. Ich glaube, ich werde jetzt etwas schlafen.

Ich liebe dich! Dein Fohlen wird dich retten. In ihren Gedanken klang so viel Zuversicht mit.

Ich weiß, dass du es schaffen wirst, schickte ich mit all der Zuversicht, die ich zusammen bekam. Ich kämpfte gegen meine Verzweiflung an. Mary war frei. Und so lange sie frei war, gab es Hoffnung. Ich liebe dich!

Alles, was ich tun konnte, war schlafen. Ich war völlig erschöpft. Ich schloss die Augen, um mich von der süßen Bewusstlosigkeit umfangen zu lassen, als mir etwas klar wurde. Ich hatte meine Gabe ignoriert. Ich hatte mit der himmlischen Macht nichts zu tun haben wollen. Ich konnte es mir nicht länger leisten, auf den himmlischen Beistand zu verzichten. Ich konzentrierte mich und dachte an den Engel Azrael, als ich in der Bewusstlosigkeit versank.
Ich rief den Engel des Todes in meine Träume.

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Mary Glassner

Ich stieg aus der 747 aus. Wir waren auf einem Flughafen mitten im Nirgendwo im Bundesstaat Kansas. Ein stillgelegter Flughafen aus dem kalten Krieg namens Osage Flugfeld. Er hatte zu einem Raketensilo gehört, bevor auf dieses aufgegeben worden war. Das Silo, das wir gekauft hatten, lag nur ein paar Minuten Fahrt vom Flugfeld entfernt. Unser Unterschlupf. Wir hatten George benutzt, das alles hier zu kaufen. Er war mit seinen häufigen Dienstreisen am besten dafür geeignet gewesen.

Ein untersetzter Mann mit einer MP-5 erwartete uns mit mehreren Frauen. Andere untersetzte Männer bewachten die Umgebung. Der Mann war Duncan Barber, einer von den Beamten des SWAT-Teams, das uns im Juni überfallen hatte. Er trug an der Attacke keine Schuld. Keiner von den Beamten trug Schuld. Sie hatten unter der Kontrolle der Nonnen gestanden. Drei von ihnen waren gestorben, die anderen hatten überlebt. Mark hatte ihnen die Wahl gegeben, ins Gefängnis zu gehen oder so zu tun, als seien sie auch tot und sie für uns arbeiten zu lassen. Alle hatten die Freiheit gewählt. Mark und ich reparierten ihre zerbrochenen Beziehungen – immerhin war es unsere Schuld gewesen, dass sie zerbrochen waren – und dann brachten wir sie hierher.

„Ma’am“, sagte Duncan. Seine Aura war schwarz und hatte einen roten Saum. Alle hier am Flugfeld und beim Raketensilo waren mit dem Zimmah-Ritual an Mark gebunden. Dieser Ort hier war einfach zu wichtig, als dass man irgendwen davon wissen lassen konnte, ohne dass er an uns gebunden war.

„Ist es so schlimm, wie es aussieht, Ma’am?“ fragte Kathanne. Sie war Duncans Frau.

„Ja“, seufzte ich.

„Was werden wir tun, Ma’am?“ fragte Duncan, als er mich zum wartenden SUV eskortierte.

„Ich weiß auch nicht“, sagte ich müde. Sam und ich hatten schon in der Übersetzung des Buches nach irgendeinem Weg gesucht, die Kräfte von Brandon zu neutralisieren oder um die Kontrolle zu brechen, die er über Menschen ausübte.

„Es ist schade, dass wir keine Nonne haben“, sagte Duncan. „Sind die sich nicht darauf spezialisiert, Hexer zu bekämpfen?“

Ich blieb stehen und schaute ihn an. Das war es! Wir brauchten eine Nonne!

„Sam, hast du nicht erwähnt, dass es einen Spruch gibt, mit dem ein Hexer einer Nonne ihre Kräfte nehmen kann?“ fragte ich und Hoffnung keimte in meinem Herzen auf.

„Ja, Ma’am. Das ist das Ganubath-Ritual“, sagte Sam. „Man muss dafür allerdings eine Nonne fangen.“ Ein Lächeln erschien auf Sams Gesicht, aber es verschwand auch schnell wieder. „Wo wollen wir denn eine finden?“

Ich grinste sie an. Ich kannte genau einen Ort auf der Welt, an dem ich eine Nonne finden konnte. „Tankt das Flugzeug auf!“ schnappte ich. „Wir müssen sofort weg, wenn wir das Naba-Ritual ausgeführt haben.“ Ich schaute Sam an und sie schluckte.

„Ich fange sofort damit an, Ma’am“, sagte Sam. Ihr Gesicht war ganz blass.

Ich hatte auch Angst. Es war gefährlich, die Toten herbeizurufen.

To be continued…

Click here for Chapter 37.

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