Der Pakt mit dem Teufel Kapitel 51: Der Morgenstern

 

 

Der Pakt mit dem Teufel

Kapitel 51: Der Morgenstern

Von mypenname3000

Übersetzt von Horem

English version edited by Master Ken

© Copyright 2013, 2014


Story Codes: Violence

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Und ich sah, dass es das sechste Siegel auftat, und siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward wie Blut.
Offenbarung des Johannes 6:12

Donnerstag, 24. August 1995 – Lucifer – Der Abgrund

Ich starrte auf Mark Glassners Band und folgte seinem unauffälligem Leben in die Zukunft. Er war der eine. Das spürte ich. Er war einsam, verzweifelt und egoistisch genug, um mein Werkzeug zu sein. Wenn ich ihm am 30. Mai 2003 einen kleinen Stubs geben würde und in seinem Traum erschien, dann würde er zur Bibliothek gehen und dort würde er dann ein Buch finden, das einen der vielen Sprüche enthielt, mit denen man mich herbeirufen konnte.

Ich betrachtete meine Projektion der Veränderungen in der Zukunft. Marks Band wurde rot. Er würde seinen Pakt machen, nachdem er eine Woche lang von dem Buch besessen war. Und nach diesem Datum fingen alle möglichen Bänder an, sich neu auszurichten. Ich untersuchte die wahrscheinlichen Veränderungen. Er trifft seine Seelenverwandte und zu meiner Überraschung schließt sie ihren eigenen Pakt. Das ist ja sehr interessant. Dann berührt das Band einer Priesterin Mark und seine Seelenverwandte, um sie zu exorzieren. Ärgerlich. Gabriels Priesterinnen waren immer ein Stachel in meinem Fleisch. Aber sie waren dabei, den Krieg zu verlieren. Mit jedem Jahrhundert starben einige, ohne dass sie die Gabe weitergeben konnten. Ich grübelte, was ich tun konnte, um Mark vor Schwester Louise zu schützen.

Und dann hatte ich einen großartigen Einfall: Die Lösung hieß Lilith. Ich musste dafür sorgen, dass sie befreit wurde – sie war der letztendliche Schlüssel zum Gefängnis und gleichzeitig brauchte Mark Schutz.

Ich machte einige kleine Veränderungen, fügte Lilith in meine Vorhersage ein und betrachtete das Ergebnis. Es sah sehr vielversprechend aus. Ich arbeitete Tage, Wochen oder Sekunden – die Zeit hatte im Abgrund keine Bedeutung – und spielte mit Wahrscheinlichkeiten, bis ich die Zukunft erzeugt hatte, die ich brauchte. Mark würde der Antichrist werden und die Welt in die Irre führen. Und Lilith würde befreit werden, um dann von Mark getötet zu werden. Und dann wäre das Gefängnis offen.

Ich wäre frei.

Nur eine Sache machte mir Sorgen. Marys Band würde eines Tages die Mutter Oberin in Rennes-le-Château berühren. Das war ein Problem. Das Mutterhaus hatte ein Matmown. Ich konnte nicht vorhersagen, wie Mary reagieren würde oder was sie von diesem Zeitpunkt an erfahren würde. Das Matmown machte alles, was danach kam, unsicher. Und wenn es Mark gelang, sein eigenes Matmown zu bauen, dann würde diese Unsicherheit noch größer werden.

Ich würde eine Spionin brauchen.

Die Bänder zeigten, dass Mark eine wachsende Anzahl Frauen in seinen Harem aufnehmen würde. Alle würden durch das Zimmah-Ritual an ihn gebunden werden. Es würde ziemlich schwierig sein, eine Spionin in seine Reihen einzuschleusen. Ich würde sie gegen seine Kräfte schützen müssen. Ich würde ein Kind brauchen. Jemanden, der von der richtigen Seele geformt und der auf dem richtigen Weg geführt werden konnte. Ich suchte und suchte, aber keine der Frauen, die Marks Weg kreuzten, war geeignet. Der Besitz eines Menschen ist nur unter optimalen Umständen möglich. Ich ging weiter zurück in die Vergangenheit und untersuchte immer wieder neue Szenarios.

Nachdem ich ein Jahrhundert oder eine Stunde lang gesucht hatte, fand ich sie. Ein ungeborener Fötus, der wie ein Parasit im Bauch von Serena Hetz wuchs. Die Mutter würde sterben und weder sie noch das Kind würde überleben. Ich drang in ihre Träume ein und gab ihr einen kleinen Stoß. Ich wusste genau, welches Gebet sie benutzen musste. Ich wartete darauf, dass sie wach wurde und darauf, dass die Saat, die ich ihr eingepflanzt hatte, aufging und Früchte trug.

„Bitte“, so hörte ich sie durch den Schleier beten. „Ich bin verzweifelt. Schick mir einen Engel des Lichts.“

Der Schleier lüftete sich und ich manifestierte mich in meiner wahren Gestalt vor der kränklichen Frau. Ich funkelte wie ein prächtiger Stern – das schönste und majestätischste Wesen der gesamten Schöpfung. Viel eher geeignet, die Erde zu führen als diese widerlichen Fleischhaufen, die darauf herumkrochen wie die Läuse im räudigen Fell eines Hundes.

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Freitag, 13. Oktober 1995 – Jezebel – Der Abgrund

Die Hunde rissen an meinem Körper.

Ich wurde immer wieder von räudigen Hunden zerrissen. Mein Fleisch erneuerte sich immer wieder. Das war meine Bestrafung dafür, dass ich Asherah angebetet und ein ganzes Königreich in die Abtrünnigkeit geführt hatte. Tausende Jahre unaufhörlicher Qual, während meine Göttin mit Freude über mich wachte. Meine Bestrafung war einfach – ich erlebte einfach meinen Tod immer wieder – ich wurde aus dem Fenster gestoßen und von dem Hunderudel zerfetzt. Manchmal nahm sie die Hunde weg und ließ mich denken, dass meine Qual beendet war. Sie badete meine Wunden und brachte mich an ihren Tisch, um mit ihr zu essen – und dann hörte ich doch wieder das fürchterliche Bellen.

Bis eines Tages Lucifer zu mir kam. Er vertrieb die Hunde mit seinem Dreschflegel aus Licht. Seine Hand war wie Seide, als sie mein Gesicht streichelte. Sein Gesicht war ansehnlich gewesen und vertrauenerweckend – es lag Liebe in seinen Augen. Ich hatte derartige Emotionen beinahe vergessen.

„Du gehörst mir, Jezebel“, hatte er geflüstert. „Du wirst nie wieder gequält.“

Ich hätte ihm nicht glauben sollen, nicht bei all den Tricks, die meine Göttin während der Äonen mit mir gespielt hatte – aber ich wollte es gerne. Ich ließ die Hoffnung in mir erblühen, als er mir auf die Füße half. Um uns herum trotteten die Hunde. Sie blieben außerhalb seines Lichtkreises.

„Warum?“ fragte ich schließlich. Sein Licht spülte meine Schmerzen weg.

„Weil ich dich liebe.“ Mein Herz schlug schneller. Ich versuchte, mir ins Gedächtnis zu rufen, dass er ein Dämon war und dass man ihm nicht trauen durfte. Aber mein Herz hatte immer nach Macht gedürstet und kein Wesen war im Abgrund mächtiger als der Morgenstern. „Ich habe eine Aufgabe für dich. Wenn du erfolgreich bist, dann wirst du meine Königin sein und nicht nur mit mir den Abgrund regieren, sondern die gesamte Schöpfung.“

„Was für eine Aufgabe?“ fragte ich.

„Beobachten, Anleiten, Abwarten“, sagte er und er berührte meine Stirn.

Und dann wurde ich geboren. Ein Schatten, verborgen im Kopf eines Kleinkindes – Allison. Lucifer hatte mit ihrer Mutter in der Verkleidung eines Engels einen Handel abgeschlossen. Ihr Körper war so hinfällig gewesen, dass er nicht lange genug überlebt hätte, um ihre Tochter zu gebären, also hatte sie zugestimmt. Er rettete dem ungeborenen Mädchen das Leben und die Mutter verpfändete ihm ihr Leben, weil sie dachte, dass er ein Engel war, der vom Schöpfer geschickt worden war. Die Mutter starb unter der Geburt und dank ihrer Verpfändung konnte ich das Kind in Besitz nehmen.

Die frühen Jahre waren eine weitere Qual. Alles, was Allison tun konnte, war weinen, essen und scheißen und ich war hilflos in ihrem Körper eingeschlossen. Aber sie wuchs heran und ich konnte diese neue moderne Welt mit den neugierigen Augen eines Kindes in mich aufnehmen. Ich war eine Gefangene in einer Ecke ihres Geistes und konnte nur beobachten, anleiten und abwarten. Jedenfalls jetzt.

Als sie älter wurde, machte ich mir einen Spaß, indem ich ihr Vorschläge einflüsterte. „Du könntest Lisa doch eigentlich den Keks klauen. Das sieht keiner.“ Dann hatte ich meinen Spaß daran, wenn sie schmollend in der Ecke stand, wenn sie doch erwischt wurde. Ich wurde ihr persönlicher kleiner Teufel und ich flüsterte ihr meine Sachen ins Ohr wie in diesen Cartoons, die sie so gerne ansah. Nur gab es auf der anderen Seite kein Engelchen, das ihr auch Dinge einsagte.

Als sie älter wurde, fand ich neue Erfahrungen, in die ich sie einführte. Ihr Körper fing an, sich zu verändern. Ihre Brüste sprossen, ihre Hüften wurden breiter und neue Sehnsüchte wuchsen zwischen ihren Beinen. Ich leitete sie in ihrer Auswahl von Kleidung an und lenkte sie zu immer freizügigeren Outfits. Ich schlug ihr vor, Makeup zu tragen, um älter und liederlicher auszusehen. Ich zeigte ihr ältere Jungen und pflanzte ihr abartige Fantasien darüber ein, was sie mit ihnen tun könnte.

Sie war vierzehn, als sie ihre Jungfräulichkeit auf dem Rücksitz eines Autos eines Schülers aus der Oberstufe verlor. Meine Einflüsterungen hatten sie so geil gemacht, dass sie darum bettelte, gefickt zu werden und es kam ihr, als er seinen Schwanz roh in ihre Fotze stieß und ihr Häutchen zerriss. Der Oberschüler erzählte all seinen Freunden von der Schlampe, die es schon beim ersten Date mit ihm getrieben hatte, und sie wurde unter ihnen weitergegeben – benutzt und weggeworfen.

„Das wollen die Männer von dir“, flüsterte ich ihr zu, als sie auf dem Bett lag und weinte, als sie merkte, dass der Oberschüler sie nicht liebte. „Du bist eine Schlampe! Ein liederliches versautes Mädchen, das einen harten Schwanz braucht. Finde dich damit ab. Es wird dich glücklicher machen.“

Allison warf sich in ihr neues Leben wie ein Fischer, der sein Netz ins Meer wirft. Sie saugte die neuen Erfahrungen in sich auf. Sie umgab sich mit so viel Schmutz wie sie konnte. Ich lachte, als sie sich „Komm hier rein“ oberhalb von ihrer Fotze tätowieren ließ. Und dann ließ sie den Tätowierer eine Menge hineinkommen. Um ihre Nippel gepierct zu bekommen, lutschte sie ihre erste Muschi, und sie fand heraus, wie sehr sie den Geschmack liebte. Sei fickte jeden und jede. Sie war eine Schlampe. Sie war bereit, sich vom ersten Mann dominieren zu lassen, der vorbeikam und es von ihr forderte.

Genauso, wie Lucifer das wollte.

„Wolltest du jemals eine Sex-Sklavin sein?“ hatte Mark Allison gefragt, als er die Verkäuferin vom Hot Topic gefickt hatte. Sein Schwanz war noch schmutzig von Allisons Arsch gewesen.

Allisons Traum wurde wahr. Sie war so hart gekommen, als er ihren Arsch fickte und ich hatte das Mädchen konditioniert, dass es immer mehr Verdorbenheit haben wollte. „Oh ja!“ hatte sie gekeucht. „Ich liebe es, wenn ein Kerl mir sagt, was ich tun soll!“

Alle meine Einflüsterungen und all das Warten, das ich ertragen hatte, hatten sich schließlich bezahlt gemacht. Ich hatte die kleine Schlampe direkt in die Hände von Mark Glassner manövriert. Und jetzt kam die Zeit, um zu beobachten und in Allisons Träumen Lucifer über Mark zu berichten. Alle Geheimnisse, alle Dinge, die sie im Matmown ausheckten, wurden meinem Bräutigam enthüllt.

Und nachdem ich jetzt neunzehn Jahre in den Gedanken dieses langweiligen Mädchens gesteckt hatte, war es jetzt Zeit zum Handeln. Anders als Allison war ich gegen Marks Kontrolle isoliert. Ich war der verborgene Dolch, der auf das Kommando meines Bräutigams hin zustoßen würde.

Ich ging nach vorne und schob Allison nach hinten in die Schatten in ihrem Kopf. Ich machte sie so hilflos, wie ich es gewesen war. Der Spruch, den Allison aufgesagt hatte, wurde unterbrochen; das Ritual ging schief. Der Diamant auf Marys Stab explodierte zu Staub und mein Bräutigam stand triumphierend vor Mark. Er leuchtete wie das Licht der Sonne.

„Die Dummköpfe haben mir vertraut, mein Bräutigam“, rief ich und warf die Messingstange auf den Boden. „Genau wie du gesagt hast. Ich habe meine Aufgabe erfüllt und erwarte meine Belohnung.“

Der Ausdruck von Schock auf Marks Gesicht war all die Mühen wert, die ich auf mich genommen hatte. All seine sorgfältig ausgeklügelten Pläne waren durch mich zerstört worden. Lucifer hatte gewonnen und ich würde an seiner Seite die Welt regieren, Die Macht würde wieder mein sein! Und dieses Mal würde kein rechtschaffener Prophet für meinen Niedergang sorgen!

„Und du sollst belohnt werden, meine Braut“, versprach Lucifer.

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Donnerstag, 18. November 2014 – Allison de la Fuentes – Bradley Park

Lucifer stand vor dem Meister. Gleich würde er gefangen sein. Ich fing an, den hebräischen Spruch zum siebten Mal aufzusagen. Die Worte flossen mir ganz leicht von den Lippen, nachdem ich Monate lang geübt hatte. „Aney laged helel ben shakar ‘em penyenh zeh. Kevhev…“

Irgendetwas übernahm die Kontrolle über meinen Körper und warf mich zurück in meine Gedanken. Der Diamant an Marys Stange explodierte. Was passierte hier? Mein Körper bewegte sich ohne meine Kontrolle und furchtbare Worte kamen aus meinem Mund: „Die Dummköpfe haben mir vertraut, mein Bräutigam. Genau wie du gesagt hast. Ich habe meine Aufgabe erfüllt und erwarte meine Belohnung.“

Das konnte nicht passieren! Ich würde den Meister niemals betrügen! Was passierte gerade? Was war das für ein Albtraum? Ich musste doch die Worte des Rituals sagen, ich musste dem Meister helfen, Lucifer einzusperren! Sie zählten doch auf mich!

Ich versuchte, meine Lippen zu bewegen, aber ich wurde durch die Seele, die mich kontrollierte, daran gehindert. NEIN! schrie ich in der Stille meiner Gedanken. Das hier war mein Körper! Wieder versuchte ich, die Kontrolle wiederzugewinnen. Was auch immer es war, was mich besaß, es drückte auf meine Seele. Ich wich zurück und ging immer weiter in die Schatten meiner Gedanken. Nein, nein, nein!

Doch, doch, doch, Allison! Jetzt bin ich am Zug, du dummer Schlampe! zischte die Seele, die mich besaß. Ein Schock durchlief mich. Ich kannte diese Stimme! Es war die Stimme meines Unterbewusstseins. Sie hatte mir mein ganzes Leben über immer wieder Ratschläge eingeflüstert. Das hier ist jetzt mein Körper. Den Rest der Ewigkeit wirst du jetzt in der Ecke deiner Gedanken zubringen. Und du kannst nichts dagegen tun.

Wer bist du, wollte ich von der Stimme wissen.

Ich bin Jezebel. Die Königin von Israel und die Braut Lucifers.

Licht blitzte, als der Meister und Lucifer miteinander kämpften. Der Teufel warf Blitze auf Mark, die gegen die goldene Rüstung des Meisters schlugen und ihn in einen Ausbruch von Farben des Regenbogens hüllten. „Du kannst mich nicht besiegen, Mark!“ brüstete sich Lucifer. „Ich habe die Kohorten des Himmels gegen Michael geführt und ich habe mich mit dem größten Kämpfer der ganzen Schöpfung duelliert. Und du glaubst wirklich, das ich von einem so mickrigen Insekt wie dir übertroffen werden kann?“

Der Meister parierte die Blitze und wurde von der Gewalt von Lucifers Angriff nach hinten getrieben. Feuer entzündete sich um die Herrin herum und floss dann an ihrem Arm herunter. Es entstand ein rotoranger Ball und die Luft erzitterte von der Hitze. Der Ball flog auf Lucifers Rücken zu. Der Teufel schwang seinen Flegel und wehrte den Feuerball ab. Er flog durch die Luft und traf einen Baum, der sofort in hellen Flammen stand, als wäre er mit Benzin getränkt.

Der Meister griff Lucifers Seite an und der Teufel erzeugte einen blendenden Blitz, der den Meister zurückdrängte. Die Seele, die mich konzentrierte, fixierte sich auf Mary. Du kannst jetzt zuschauen, wie ich deine Herrin umbringe, sagte Jezebel.

Wage es nicht, der Herrin etwas anzutun!

Dann halte mich doch auf, du kleine Schlampe!

Jezebel zwang meinen Arm dazu, sich nach unten zu bewegen und meinen Bronzedolch zu nehmen. Ich kämpfte mit ihr und versuchte, ihre Seele in die Hand zu bekommen. Sie schien mir einen Schlag mit dem Handrücken zu verpassen und ich flog weiter nach hinten in meine Gedanken. Mein Körper wurde gezwungen, sich weiter der Herrin von hinten zu nähern.

Nein! Bitte Stopp! rief ich aus.

Ich sprang ihre Seele an und versuchte, ihr meine Arme um den Hals zu legen und die Bitch zu würgen. Jezebel griff nach meiner Hand und drehte sie. In meiner Seele explodierte Schmerz. Die Herrin warf einen weiteren Feuerball auf Lucifer und lenkte ihn so von seinen Angriffen auf den Meister ab. Und sie merkte nicht, dass sich mein besessener Körper ihr näherte.

„Allison!“ rief Desiree. Meine wunderschöne Frau stellte sich zwischen uns und die Herrin. „Was ist los, mi Sirenita?“

„Ich bin nicht Allison“, zischte Jezebel mit meiner Stimme. „Mach den Weg frei, du dumme Hure!“

„Nein!“ Desiree, versuchte, den Dolch in Jezebels Hand in die Finger zu bekommen. „Bist du da drin, Allison?“ rief sie, als sie mit mir rang.

JA! rief ich. Ich kämpfte, ich kratzte, ich biss in Jezebels Seele. Das hier ist mein Körper! Mein Leben!

Jetzt nicht mehr, schnappte Jezebel, die mit Desiree kämpfte und mich immer weiter nach hinten schob,

Desiree schlang ihr Bein um meins und drehte mich und warf mich auf den Boden. „Gib mir meine Frau zurück!“ schrie sie und ließ sich auf uns fallen. Die Luft wurde aus meinem Körper getrieben. Der Griff von Jezebel wurde etwas schwächer. Ich stieß auf sie herab.

Und wurde wieder zurückgestoßen.

Ihr Wille war zu stark, ihre Seele zu alt. Wie konnte ich gegen diese Stärke kämpfen? Ich war erst neunzehn. Ich war machtlos, schwach. Jezebels Wille war wie Stahlseile, die um meine Gliedmaßen gewickelt waren. Ich war eine Marionette und sie zwang mich dazu, meine Frau zu töten.

Desiree kämpfte mit meinem versklavten Körper und wir rollten auf dem weichen Gras herum. Jezebel zwang mich dazu, meine wunderbare Frau zu kratzen, zu beißen und sie zu schlagen. Licht blitzte über das Feld, während der Meister und die Herrin weiterhin gegen die Teufel kämpften. Jezebel war dabei zu gewinnen. Das verstand ich nicht. Desiree war viel stärker als ich und sie konnte besser kämpfen. Warum war sie dabei zu verlieren?

Dann sah ich die Augen meiner Frau. Sie will mir nicht wehtun – sie hielt sich zurück.

Jezebel zwang mich dazu, meine Frau auf den Boden zu drücken und stach mit dem Bronzedolch in Richtung auf ihren ungeschützten Hals. Meine Frau fing die Klinge ab und hielt sie fest, kurz bevor sie in die Haut eindringen konnte. Sie wehrte sich gegen meinen Körper, aber ich lag oben und Jezebel ließ mich mein gesamtes Gewicht auf die Klinge legen. Ich versuchte immer dringender, die Kontrolle über meinen Körper wiederzugewinnen, aber die Bitch gab nicht nach. Mit jeder Sekunde, die ich erfolglos war, kam die Klinge ein kleines Stück näher an Desirees Hals heran.

Verzweiflung erfüllte mich. Ich war einfach nicht stark genug. Ich würde gezwungen werden, meine Frau zu töten.

„Allison, bitte!“ schrie Desiree. „Meine Liebe, mi Sirenita! Ich weiß, dass du da drin bist! Kämpfe! Ich glaube an dich!“

Das Metall berührte ihren Hals und ein kleiner Blutstropfen quoll hervor.

„Kämpfe, Allison!“

Wie konnte ich kämpfen? Sie war einfach stärker als ich. Das war wie in einem dieser Science Fiction Filme, in denen der Feind in den Kopf des Helden eindringt. Aber der Held erkannte immer, dass er sein eigenes Bewusstsein hatte und er behielt dann selber die Kontrolle. Moment mal, würde das funktionieren? Könnte ich die Kontrolle über Dinge hier drin übernehmen? Schließlich waren das meine Gedanken und nicht ihre!

Ich musste ihre Kontrolle unterbinden, die Bänder, die mich festhielten, zerschneiden. Ich stellte mir eine Schere vor. Sie erschien in meiner Hand und ich drückte den Griff zusammen und versuchte, das Band zu zerschneiden. Ich kämpfte mit dem Band, während meine Frau gegen das Messer kämpfte. Wir würden es beide nicht schaffen. Jezebel war dabei zu gewinnen. Das Band war zu stark.

Dummheit! Man kann Stahl nicht mit einer Schere schneiden! Du musst ihn schmelzen!

Die Schere wurde zur Flamme eines Schneidbrenners, die in meinen Händen zum Leben erwachte.

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Mark Glassner

Lucifers Lichtschlegel traf mich an der Seite. Er zischte an meiner Rüstung und verursachte tiefe Kratzer im Metall. Die ganze Welt drehte sich um mich, bevor ich auf dem Gras landete. Ich zwang mich dazu, wieder aufzustehen. Chasity stand über mir und wehrte die Attacke des Teufels ab. Sie kaufte mir Zeit, damit ich mich erheben konnte. Sie war der letzte der Geister, die anderen waren durch diese Waffe bereits alle wieder zu Nebel geworden. Dieser Schlegel bewegte sich sehr schnell und er hatte die doppelte Reichweite wie ich.

Mary warf einen weiteren Feuerball auf Lucifer. Dieser wehrte ihn mit einer nebensächlichen Bewegung des Schlegels ab. Mary duckte sich, um einem Lichtstrahl auszuweichen, der einen Teil des Grases und der Erde in Rauch auflöste. Ich brüllte und warf mich erneut in den Kampf. Ich zog seine Aufmerksamkeit wieder auf mich und weg von Mary. Meine Frau hatte nicht meine Reflexe und meine Stärke.

„Meister!“ rief eine Frau.

Ich riskierte einen Blick und sah, dass 51 eine ganze Gruppe Leibwächter in unsere Richtung führte. Sie hatten ihre schwarzen Waffen in den Händen. Scheiße, was machten die denn da? Sie hatten doch den Befehl, sich zurückzuhalten. Von den anderen Seiten rannten weitere Leibwachen auf uns zu. Alle dreihundert kamen heran. Sie würden geschlachtet werden.

„Ihr dürft meine Befehle nur dann ignorieren, wenn es darum geht, Marys Leben zu retten“, hatte ich ihnen befohlen.

Gelbes Mündungsfeuer blitzte an den Waffen auf und beleuchtete kurze Zeit die Leibwachen, die feuerten: die große und geschmeidige 211, 24 mit der dunklen Haut, die rothaarige 77, die etwas pummelige 44, die kleine 100 und viele mehr. Wie ein Schwarm hungriger Bienen stachen die Bronzekugeln – sie waren von Sam mit Sprüchen belegt worden – auf Lucifer ein und er blutete Licht. Er brüllte vor Schmerzen auf. Eine glänzende Wand sprang plötzlich vor ihm hoch. Sie erzitterte vor den Kugeln. Dann strich ein Lichtstrahl über das Feld und sowohl Frauen als auch Erde verschwanden in glühenden Rauchwolken. Die überlebenden Leibwachen flohen wie Vögel vor dem Falken, als ein weiterer Lichtstrahl erschien.

Ich führte mein Schwert gegen Lucifers leuchtendes Bein und duckte mich unter seinem Flegel weg. Leider verfehlte ich ihn um wenige Zentimeter. Ich tauchte seitlich ab und Lucifer pflügte mit seiner Waffe den Boden an der Stelle um, an der ich eben noch gestanden hatte. Ich rollte mich zusammen und Chasity sprang gegen Lucifers Rücken. Sie wich seinem Angriff geschickt aus, wurde aber zurückgeworfen. Ich versuchte, schnell wieder an ihn heran zu kommen, aber dieser verdammte Flegel flog im Kreis und schlug mein Schwert zur Seite. Mein Brustpanzer wurde getroffen, bevor ich den Schlag mit meinem Schwert parieren konnte. Der Schlag warf mich auf die Knie. Lucifer stand über mir. Ich wälzte mich schnell zur Seite, der Flegel schlug auf den Boden und verdampfte ein großes Stück Erde.

Ich kam wieder auf die Füße und schaute den Teufel an.

„Ich bin der Morgenstern“, brüllte Lucifer. „Neige dein Haupt vor mir und bete mich an. Dann werde ich dir deine heutige Sünde vergeben. Wenn du fortfährst, dann wird deine Qual endlos sein!“

So funktionierte das nicht. Zwei weitere Leibwachen fielen unter seinem Lichtstrahl, als sie sich hinter Spielgeräten zu verstecken suchten. Ihre Körper wurden zu leuchtendem Gas, das von der Brise verweht wurde. Ich war schweißgebadet und meine Lungen brannten von der Anstrengung. Ich konnte seinen Angriffen nicht länger ausweichen. Angst kämpfte mit Adrenalin – ich wollte nicht sterben. Ich wollte Mary nicht sterben sehen. Ich leckte meine Lippen, konnte ich Lucifer dienen? Konnte ich ihn als meinen Gott verehren?

Wenn das bedeutete, dass Mary lebte, war ich zu allem bereit.

Mark, ich habe einen Plan, schickte Mary mir telepathisch.

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Allison de la Fuentes

Der Stahldraht, der an meinem rechten Arm befestigt war, glühte in meiner Vorstellung rot auf und zersprang mit einem metallischen Klang. Der Dolch bewegte sich nicht weiter, als mein Arm nicht mehr der Kontrolle durch Jezebel unterlag. Desiree drückte die Klinge von ihrem Hals weg.

„Ja, kämpfe!“ ermutigte Desiree mich. „Ich glaube an dich, mi Sirenita!“

Ich wandte mich dem nächsten Draht zu.

„Du verdammte Schlampe!“ schrie Jezebel mich an. Der Schweißbrenner verschwand aus meinen überraschten Händen.

Verdammt, sie kann auch Dinge kontrollieren. Eine imaginäre Wand erschien hinter mir und Fesseln kamen aus dieser Wand heraus. Sie schlossen sich um meine Handgelenke. Ich konzentrierte mich auf meinen Willen und stellte mir vor, ich sei frei. Die Fesseln flirrten, als wir beide uns konzentrierten – ruhige Weisheit gegen feurige Jugend.

Dies hier ist mein verdammter Körper! Mach, dass du weg kommst! schrie ich sie an.

Vertreib mich doch, du kleine Schlampe! zog sie mich auf.

Ja, ich bin eine Schlampe! Seine Schlampe! Und ich bin stolz darauf!

Die Fesseln verschwanden, ich war frei und ich schaute sie an. Mal sehen, wie es ihr gefällt, gefesselt zu sein! Fesseln aus Adamant schlossen sich um ihre Handgelenke und um ihre Füße. Stärker als Stahl, härter als Diamant. Nichts konnte Adamant zerbrechen, schmelzen oder zerstören. Es kam nicht darauf an, ob es diese Substanz überhaupt gab, solange ich daran glaubte!

Ich habe nicht die endlosen Qualen im Abgrund durchlitten, um mich vor einer kleinen Nutte wie dir schlagen zu lassen.

Ihr Wille schlug auf meinen ein. Sie warf auch noch das letzte Stück ihrer unbezwinglichen Persönlichkeit gegen mich. Die Fesseln wankten und wurden zu Rauch, der sich um ihre Gliedmaßen schlang. Ich biss auf meine metaphysischen Zähne und konzentrierte meine ganze ängstliche jugendliche Leidenschaft. Dies hier ist mein Körper! Ich bin Allison de la Fuentes! Ich bin Marks und Marys Sex-Sklavin! Ich näherte mich ihr und meine Entschlossenheit drängte ihren Geist zurück. Ich bin ihre Schlampe.

Der Rauch verschwand, die Ketten rasselten. Jezebel saß fest.

Rette mich, mein Liebster! heulte Jezebel. Ich stellte mir einen Bronzedolch vor und nahm ihn in meine Hände. Du hast es mir versprochen, Lucifer!

Ich stieß ihr den Dolch ins Herz. Ihre Seele gurgelte, als sie anfing, sich in Nebel aufzulösen. Hat dir eine Ewigkeit in der Hölle nicht beigebracht, dass man Dämonen nie trauen darf? freute ich mich, als sie aus mir verschwand. Ich hatte sie aus meinem Körper vertrieben und sie auf ewig in den Abgrund zurückgeschickt.

„Allison?“ fragte Desiree

Ich hatte die Kontrolle wieder. Ich warf den Dolch zu Boden und küsste meine Frau. Der Kampf trat in den Hintergrund, als wir beide uns küssten, als wir beide gemeinsam weinten und uns gegenseitig festhielten. „Ich habe für dich gekämpft“, murmelte ich zwischen süßen Küssen. Ihr wunderschönes Gesicht wurde durch kurze Lichtblitze erhellt.

„Ist das jetzt der richtige Moment für so etwas?“ reif Xiu. „Geht in Deckung! Hier ist gerade Armageddon!“

Ich sah mich um. Bäume brannten, glühende Wolken schwebten durch die Luft. Aus allen Richtungen kam Gewehrfeuer. Und in der Mitte duellierten sich der Meister und Lucifer. Mein Mut sank. Der Meister war dabei zu verlieren. Er war auf den Knien und konnte so gerade eben einen Schlag abwehren, der ihn beinahe getötet hätte.

„Ich bin der Morgenstern!“ brüllte Lucifer. „Neige dein Haupt vor mir und bete mich an. Dann werde ich dir deine heutige Sünde vergeben.“

Der Meister erstarrte und schaute Lucifer an. Die Herrin machte einen Schritt auf Lucifer zu. Feuer flackerte auf ihrer Hand. „Als ob wir jemals einer solch verdorbenen widerlichen Kreatur wie dir dienen würden!“ schrie sie voller Abscheu. „Geh zurück in die Hölle und überlasse die Welt denen, die es besser können!“

Der reine leuchtende Körper von Lucifer überzog sich mit roten pulsierenden Flecken. Und dann kam der Lichtstrahl. Die Herrin versuchte auszuweichen. Mein Herz blieb stehen. Eine Aurora wurde geboren, wo der Lichtstrahl ihren Körper in glühendes Gas verwandelte.

„Mary!“ schrie der Meister. Sein Schwert fiel ihm aus der Hand und verwandelte sich in goldenen Staub. Seine Knie gaben nach und er fiel auf den Boden.

Ich war zu betäubt um zu trauern. Ich konnte nur zusehen, wie die Herrin in einer sanften Brise davontrieb. Sie war im Tod genauso wunderschön wie sie im Leben gewesen war.

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Lucifer

Marks Schrei war Musik in meinen Ohren und ich genoss ihn von ganzem Herzen.

Liebe. Die große Stärke der Sterblichen und gleichzeitig ihre große Schwäche.

Er starrte auf die wabernde Wolke aus Atomen, die einmal seine Frau gewesen war. Die Hoffnung war in ihm gestorben. Ich ging vorwärts. Mein Sieg war vollkommen. Auf der ganzen Welt würden jetzt meine dämonischen Hauptleute – Asherah, Dagon, Chemosh, Astarte, Baal-zebub, Hadad, Marduk, Tammur, Milcom und Ashtoreth – jetzt aus dem Abgrund hervorkommen. Sie würden diese mickrigen Sterblichen unterwerfen und sie daran erinnern, warum ihre Vorfahren uns einst angebetet hatten. Und uns gefürchtet hatten.

Uns geliebt hatten.

Die Opferfeuer würden entzündet werden. Man würde uns wieder süße Opfer bringen.

Ich schaute angeekelt auf Mark hinunter. Zu glauben, dass der Schöpfer gewollt hatte, dass ich mich vor einem solchen selbstsüchtigen schwachen verdorbenen Kerl und seinesgleichen beuge! Er verdiente es nicht zu leben! Nicht nachdem er mich herausgefordert hatte. Ich hatte ihm ein langes Leben versprochen. Nun, eineinhalb Jahre waren für ein Insekt schon ein ziemliches Stück Zeit. Mehr als genug für einen Wurm wie Mark einer war. Er konnte für ewig im Abgrund verrotten und zwar mit dieser Fotze. Ich hatte ein anderes Versprechen einzulösen.

Ich hob meinen Flegel.

Schmerz explodierte in meinem Rücken. Eine bohrende Agonie, die meinen Gliedern jede Stärke nahm. Ich fiel auf die Knie und mein Flegel entglitt meinen Händen. Hinter mir stand Mary. Sie hatte einen Bronzedolch, der mit Blut bedeckt war, in der Hand. Wie konnte das sein? Ich hatte diese ekelhafte Nutte doch eben getötet. Ich hatte sie in Atome zerlegt! Was war da passiert?

Marks Schwert erschien in seinen Händen. Ich wollte meinen Flegel wieder in die Hand bekommen. Das Schwert senkte sich. Nein, ich werde nicht geschlagen werden! Ich habe doch gewonnen. Ich bin Seinem Gefängnis entkommen! Ich ergriff den Flegel und schwang in mit der letzten Kraft, die ich noch besaß.

Ich bin der Morgenstern. Ich bin das großartigste und schönste Wesen der Schöpfung! Niemand leuchtet heller als ich! Ich lasse mich von einem solch ekelhaften Insekt nicht schlagen.

Marks Schwert trennte meinen Kopf ab.

Ich fiel, fiel, fiel in die Dunkelheit.

Ich brüllte und verfluchte den Himmel mit dem letzten Rest meiner Stärke, während ich an der Dunkelheit vorbei und ins Feuer fiel. Ich erschien im Abgrund, auf meinem Thron aus Bronze in der Stadt Dis. Rasender Zorn – er brannte so heiß, wie der, der mich verzehrt hatte, als Michael mich geschlagen und in dieses Loch gestoßen hatte – erfüllte mich. Ich schlug mit der Faust auf die Armlehne des Thrones. Ich war von einem schluchzenden, feigen, ekelhaften dreckigen Wurm übertroffen worden! Von einer Kreatur, deren eigentlicher Zweck es war, vor mir im Staub zu kriechen.

„Mein Lord Lucifer“, schnurrte ein Lemur aus dem Schatten. Er zeigte sein feiges Gesicht an einer Säule, die aus verdammten Seelen hergestellt war, die in Bronze eingefasst waren. „Es ist etwas… anders an dir.“

Mein Zorn wurde heftiger. Ich war so nahe dran gewesen. Ich streckte meine Hand aus und beschwor meinen Flegel. Mein Zorn brauchte ein Ventil. Meine Lakaien brauchten eine Züchtigung. Dann würde ich wieder aufstehen und Marks Körper Faser für Faser zerreißen.

„Du siehst… schwächer aus, mein Lord.“ Hunger brannte in den überschatteten Augen des Lemuren. Er kroch auf mich zu so wie ein wilder Hund, der sich seiner Beute nähert.

Mein Schlegel erschien nicht.

Weitere Lemuren kamen aus den Schatten hervor. Und nicht nur Lemuren näherten sich mir. Brennende Seelen – die Seelen, die ich auf ewig brennen ließ, weil sie mir verkauft worden waren – kamen auf mich zu. Ich sah mich um. Immer mehr Seelen, Lemuren und Dämonen wurden durch den Geruch meiner Schwäche angezogen.

Mir wurde eiskalt. Ich war vom Schwert eines Priesters getötet worden – meine Macht war dahin. Jede Gabe, mit der ich ausgestattet worden war, jede Unze Energie, die ich jemals von meinen Rivalen übernommen hatte, jedes Jota Stärke, das ich seit der Schöpfung besessen hatte, war weg – von Mark Glassner gestohlen. Ich war so schwach wie ein Insekt. So schwach wie ein Sterblicher.

Die Dämonen und die Seelen und die Lemuren schwärmten um mich herum – all die Millionen, die ich unterdrückt und in den Äonen bestraft hatte. All die Millionen, die ich in Grausamkeiten und Qualen unterrichtet hatte.

Sie alle waren begierig darauf, mir zu zeigen, was sie gelernt hatten.

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Mark Glassner

Mary glänzte hell – rein, ungetrübt, wunderschön.

Die Macht von Lucifer floss durch mich hindurch und floss über die Ketten, die mich mit Mary verbanden. Wir erleuchteten die Nacht und vertrieben die Dunkelheit. Das war so unglaublich viel Energie – die von Molech war nur ein Schluck gewesen, die von Lilith ein kleiner Becher. Was wir von Lucifer tranken, war ein Fluss, ein See, ein ganzer Ozean.

Mary leuchtete wie ein Stern. Sie kam zu mir und ich umarmte sie. Ich küsste sie. Ich hielt sie fest.

Wir hatten den Teufel geschlagen. Lucifer. Satan.

Um uns herum versammelten sich dunkle Gestalten. Allison und Desiree hingen aneinander. Was auch immer Allison besessen hatte, es war zerbrochen. Jessica ging zwischen Xiu und Korina. Hoffnung glänzte in ihren Augen. Lillians gepierctes Gesicht war vor Ehrfurcht ganz groß. Violet zitterte vor Erleichterung. Die Brille von April reflektierte unsere Macht. Und noch mehr kamen herbei: 51 und die überlebenden Leibwächter, Sam und Candy. Ihre Münder standen ungläubig offen. Willow und ihre Schwestern kümmerten sich um die Verwundeten.

„Ich kann nicht glauben, dass das tatsächlich funktioniert hat“, sagte Mary und sie hielt mich fest.

Ich lachte. „Wirklich? Es war doch dein Plan.“

„Was ist passiert?“ fragte Allison. Sie starrte uns mit einer Mischung aus Freude und Verwirrung an.

Wir leuchteten zwar so hell wie die Sonne, aber unser Licht verletzte ihre Augen nicht. Ich konzentrierte mich auf diese neue Kraft und ich erkannt, dass ich unbewusst meine Liebsten schützte. Ich dimmte das Licht aber trotzdem noch ein wenig. Momente später machte Mary dasselbe.

„Wir haben gesehen, wie du gestorben bist, mi Reina“, sagte Desiree

„Wirklich?“ fragte Mary und sie kicherte.

„Eine Illusion“, erkannte Sam. „Der Ashan-Spruch in Verbindung mit dem Cathar-Gebet der Nonnen, um dich unsichtbar zu machen.“

„Genau. Ich kann noch immer nicht glauben, dass das funktioniert hat“, antwortete Mary. „Er war derartig auf Mark fixiert, dass er nicht einmal gemerkt hat, dass ich hinter ihn gegangen bin. Mein Herz hat so laut geschlagen, dass ich sicher war, dass er es hätte hören müssen.“

„Er war arrogant und stolz“, lächelte ich. Ich streichelte meiner Frau das Gesicht. Ich war stolz auf sie. Ich hatte eine erstaunliche Frau geheiratet. „Er dachte, dass er gewonnen hätte. Es kam ihm überhaupt nicht in den Sinn, dass du ihn überlistet haben könntest. Du hast uns gerettet, Mary. Du warst einfach wundervoll!“

Mary lächelte und wurde rot. „Du warst aber auch nicht schlecht.“ Sie küsste mich und die Zeit schien stillzustehen.

Dann wurde mir die Wirklichkeit wieder bewusst. In der Entfernung hörte ich Gewehrfeuer. Die Soldaten der Legion hatten feindlichen Kontakt.

„Was ist da los?“ wollte Mary wissen.

51 zog ihr Funkgerät heraus. „51 an Hauptquartier. Wie ist die Lage am Bradley Park?“

„Gespenster unbekannter Herkunft greifen unsere Truppen an, seit die Sonne verschwunden ist“, hörte ich eine Stimme. „Die Legion hält die Stellung. Wir verfolgen die lokalen Nachrichten und, nun, in der ganzen Welt herrscht das Chaos.“

„Das Gefängnis ist offen“, erkannte ich. Der Preis für Marys Leben. Lucifer war nicht der einzige, der entkommen war. Er war nur der gefährlichste gewesen.

Mary schaute mich durchdringend an. „Wir haben unsere Wahl getroffen. Jetzt müssen wir wieder aufräumen.“

Ich hatte der Liebe den Vorzug vor der Welt gegeben – was bin ich doch für ein selbstsüchtiger Bastard. Ich schaute meine Frau an und ich wusste, dass ich immer wieder so entscheiden würde.

„Ruft General Brooks“, befahl ich. „Wir müssen einen Plan machen.“

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Sieben Tage und sieben Nächte lag der Schatten auf der Sonne und der Mond sah aus wie Blut. Der Terror aus den schlimmsten Albträumen der Menschen ging durch die Nacht. Die Mächte der Hölle errichteten ihre Machtbereiche und regierten ihre Untergebenen mit Grausamkeit und Bosheit. Die ganze Menschheit schrie nach Erlösung und betete zu ihren lebenden Göttern. An diesem siebten Tag stiegen unsere barmherzigen und liebenden Götter auf Washington D.C. herab und zerstörten dort völlig die Macht von Dagon, dem Widerlichen. Sie hielten seinen abgeschlagenen Kopf hoch und vertrieben den Schatten von der Sonne und das Blut vom Mond. Das war Ihr Versprechen an die gesamte Menschheit – Hoffnung zu haben. Wir kommen, um euch zu befreien.

Zweites Buch Vivian 1:23-27

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To be continued…

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